My litttle Corona Diary: Das letzte Blatt

Dienstag, 5. Mai 2020

Corona3
Flasche leer.

Sie haben es sicher auch schon gemerkt: Diese ganze Corona-Sache ist irgendwie auserzählt. Es gibt so recht nichts mehr, was man gut gelaunt noch dazu sagen könnte. Auch Neues oder Verblüffendes ist jenseits der großen Depression nicht mehr zu konstatieren. Doch auch wenn nach rund sieben Wochen langsam alle die Schnauze voll haben: Diesen Maulkorb Mundschutz werden wir wohl so schnell nicht mehr los. Wie alle anderen Experten kann auch ich das Risiko nicht richtig einschätzen. Aber manchmal hege ich im Stillen den Verdacht, dass es so ähnlich ist wie bei all den Karnevalszügen, die wegen nie aufgekommener Tornados abgesagt wurden. Nachdem die erste Welle ausgeblieben ist, wird jetzt in jedem Fall sicherheitshalber schon mal am Bedrohungsszenario „zweite Welle“ gezimmert. Sogar von einer dritten Welle las ich heute schon. (In der Psychologie nennt man so etwas, glaube ich, „eskalierendes Commitment“.) Nichtsdestotrotz hege ich Hoffnung: Denn alles neu macht der Mai, und wo der Söder in puncto Lockerungen und Verheißungen heute so vorgeprescht ist, will der Laschet sicher nicht hintanstehen. Deshalb geht es vermutlich auch in meinem Bundesland schon sehr bald wieder steil aufwärts. Dank der politischen Hahnenkämpfe kann ich dann vielleicht nächste Woche schon wieder Tennis spielen oder mit Freunden, deren Gesicht ich vergessen habe, ein Bier trinken, womöglich sogar in einem eigens diesem Zweck gewidmeten Garten, unter blühenden Kastanien. Und der Sommerurlaub, ach, der Sommerurlaub … Wo nun die Zukunft fast schon wieder leuchtet, fällt der Blick zurück umso ernüchternder aus. Denn es ist partout nicht zu erkennen, wozu die Krise gut gewesen sein soll. Neue Lehren jedenfalls lassen sich jenseits der Pandemie-Forschung aus Corona kaum ziehen. Die meisten Erkenntnisse sind so alt, dass sie sich schon vor Jahrhunderten in Sprichwörtern manifestiert haben. Man denke etwa an: „Die Gesunden und die Kranken haben ungleiche Gedanken.“ Oder: „Spare in der Zeit, dann hast du in der Not“, und: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein.“ Weil aber auch gilt: „Hoffen und harren hält manchen zum Narren“, und ich als Rheinländerin weiß: „Et hätt noch immer jot jejange“, kann und will auch ich jetzt nicht mehr länger warten. Während die Bundeskanzlerin noch zögert, zaudert und zagt, schreite ich also mutig voran und erkläre die Corona-Krise hiermit für beendet!

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PS: „Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.“

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