My little Corona Diary: The Omikron Days

Im dritten Corona-Winter wird es mit den Schlagzeilen immer schwerer. Die Wellen und die Wände wollen und wollen nicht über uns zusammenbrechen, sosehr Karl Lauterbach sie auch beschwört. Der erste Minister, den Markus Lanz gemacht hat, und die anderen Experten haben vermutlich trotzdem recht und das Virus und seine Varianten werden sich in der Zukunft noch durch das ganze griechische Alphabet mutieren, aber Omikron hat, zumindest aus meiner geimpften und geboosterten Sicht, seinen Schrecken so ziemlich verloren. Mir geht es daher inzwischen ähnlich wie Jan Fleischhauer und Spanien, was meine Aufmerksamkeitspanne für das Virus angeht und meine Bereitschaft , mich mit ständig wechelsenden Kennzahlen und immer neu modellierten COVID-Dystopien auseinanderzusetzen. Berichte über Corona lese ich gar nicht mehr, und eigentlich halte ich mich nur noch wegen meines Tennis-Hobbys über den aktuellen Maßnahmenkatalog auf dem Laufenden. (Nachdem gut zwei Wochen lang ein tagesaktueller Test Pflicht war für jede Stunde Hallenspiel, schlagen sich die vorschriftsmäßig geboosterten Senioren jetzt die Bälle wieder erleichtert ungetestet um die Ohren.) Überhaupt ist Tennis das Einzige, was einem in diesen trüben Tagen noch Freude macht: Ach, dieses herrliche Spektakel in Australien! Wenn der serbische Esoteriker und seine Sippschaft so weitermachen, dann gibt es dieses Jahr derart hammermäßige Einschaltquoten für die Australian Open, dass die ganze Sportart davon profitieren könnte. Womöglich schafft es der völlig aus der Mode gekommene weiße Sport am Ende sogar, nach langen stiefkindlichen Jahren im Free TV wieder in die Exklusivität des Bezahlfernsehens zurückzukehren. Ich weiß nicht, ob ich das möchte, aber natürlich möchte auch eine böse sensationslüsterne alte Frau wie ich gerne sehen, wie Novak Djokovic in der Rod Laver Arena die bisweilen mehr als vier Stunden, die ein schönes Tennis-Match dauert, ausgebuht wird. Ich sehe schon vor mir, wie früher oder später die Ränge geräumt werden müssen, weil ein vornehm gesäuseltes „quiet, please“ des Schiedsrichters nicht reichen wird, um die wütenden Massen im Zaum zu halten. Sobald ich aber diese Brot-und-Spiele-Gefühle in mir unterdrücke und auch meine Ressentiments gegen den 34-Jährigen, der nicht unbedingt der sympathischste Vertreter seines und meines Sports ist, dann frage ich mich schon, wer ihm dieses Visum oder die Ausnahmegenehmigung zu allererst eigentlich erteilt hat und auf welcher Basis. Davon las ich noch gar nichts. Aber wenn ich alles richtig verstanden habe, ist dieser erste Fehler der Erteilung ja trotz allem Australien anzulasten und nicht dem Joker. Denn natürlich hatten auch die Tennsisport-Verantwortlichen down under ein Interesse daran, dass die Nummer eins der Welt dabei ist bei diesem großen Turnier, und ich kann mir sehr gut vorstellen, wie da gemauschelt und gemunkelt wurde, damit das auch bei unklarem Impfstatus klappt. Nicht nur deshalb finde ich, sie sollten ihn spielen lassen. Ich würde vor allem zu gerne wissen, ob es Novak Djokovic und seinem serbischen Super-Gen trotz dieser widrigsten aller Umstände gelingen kann, den zehnten Titel bei den Australian Open zu erringen. Ohne Ironie: Ich halte das nicht für unmöglich.

Käme er nach Bonn, wir würden Novak Djokovic zur Impfung singen.

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