Adventskalender, Samstag, 17. Dezember

Der öffentliche Raum spricht nicht immer deutsch zu uns. Wann immer einen der Urlaub oder ein anderer Anlass in ein Ausland führt, dessen Sprache man nicht beherrscht, ist man froh, wenn man die vielen Botschaften im Schilderwald zumindest in den Grundzügen dechiffrieren kann. Feinheiten, Doppeldeutigkeiten und andere Quellen der Freude entgehen einem dabei zumeist. Alt wie ich bin, war ich noch nie irgendwo, wo nicht nur eine andere Sprache, sondern auch eine andere Schrift im Einsatz ist. Hier stelle ich mir die Orientierung besonders herausfordernd vor. Nichtsdestotrotz mache ich auch im Urlaub manchmal ein Foto. Das folgende entstand in Italien, wo man bei der Verkehrserziehung ganz anders ansetzt als hierzulande. Wo bei uns ein nüchternes, diskret platziertes und rein grafisch informierendes Verkehrszeichen den Behindertenparkplatz als solchen ausweist, werden dort potenzielle Falschparker recht massiv bei ihrem (schlechten) Gewissen gepackt und regelrecht emotional erpresst.

„Wenn Sie meinen Parkplatz wollen, dann nehmen Sie auch mein Handicap.“

Ich bin noch unsicher, wie ich das finde. Daher frage ich mich, ob es Zahlen gibt, die für die Effektivität der Maßnahme sprechen. Ansonsten ist die sprachliche Freude beim Auslandsaufenthalt ja meist auf Übersetzungsfehler in Speisekarten („Salat Capricciosa – Verrückter Salat“) beschränkt und auf Dinge, die man nicht versteht, die deutsch interpretiert aber irgendeinen schönen Unsinn ergeben. Auch da habe ich natürlich noch was im Fundus.

„Ihr Kinderlein kommet“: Das italienische Synonym für Kinder erscheint mir mehr als einleuchtend.

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